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Laurent Tirard

Am 20. August 2010 trafen wir Laurent Tirard in der Französischen Botschaft in Berlin zum Interview. Teile daraus waren in der Sendung am 29. August 2010 um 17:00 Uhr zu hören.

Bettina Hirsch: Monsieur Tirard, würden Sie sich bitte kurz vorstellen?

Laurent Tirard: Mein Name ist Laurent Tirard. Ich bin Franzose, Regisseur, Drehbuchautor und Filmemacher von „Der kleine Nick“.

B. Hirsch: Könnten Sie uns bitte in Ihren eigenen Worten sagen, worum es in dem Film geht?

L. Tirard: „Der kleine Nick“ ist die Adaption einer sehr, sehr berühmten Buchreihe. Ich würde sagen, Kinderbücher, aber ich bin mir nicht sicher, ob das so stimmt. Ich will damit sagen, dass „Der kleine Nick“ für Kinder geschrieben wurde, aber ich denke, Erwachsene lesen die Geschichte auch. Entweder lesen Erwachsene sie ihren Kindern vor, oder manchmal lesen sie die Geschichten auch selbst, oder junge Erwachsene, oder auch Jugendliche. Ich denke, die Geschichten sind für jedes Alter.

B. Hirsch: Sie konnten ja nicht jede Geschichte verfilmen, sondern mussten einige auswählen.

L. Tirard: Die Adaption war sehr schwierig, da es sehr kurze Geschichten sind. Fünf Seiten lang. Davon gibt es etwa 200. In einem Film kann man einfach nicht kleine Geschichten aufzählen. Das funktioniert nicht. Es gibt keine Emotionen, die man aufbauen kann. Man braucht eine Dramaturgie, eine Geschichte, die einen durch den Film begleitet. Für die Umsetzung als Film war es also wichtig eine Kerngeschichte zu finden, die Kinder auch anspricht, die aber nicht auf sie herabschaut. Ich wollte eine Geschichte, die wirklich etwas bedeutet. Ich wollte nicht eine Geschichte über einen Jungen erzählen, der seinen Teddy verliert, obwohl Verlust ein traumatisches Erlebnis für ein Kind sein kann. Ich habe mir überlegt, welche Geschichte man Kindern wohl erzählen könnte. Damals war meine Frau gerade mit unserem zweiten Kind schwanger. Ich machte mir Sorgen, wie wohl mein erstes Kind darauf reagieren wird. Es wird nicht mehr das einzige Kind sein. Ich dachte mir dann, das ist etwas, was jedes Kind anspricht, die Angst, dass man verlassen wird, und so wurde es das zentrale Thema des Films.

B. Hirsch: Sie haben sich die Geschichte ausgedacht?

L. Tirard: Ja. Sie kommt nicht in „Der kleine Nick“ vor. Da passiert nie etwas Schlimmes, weil alles durch die Augen eines Kindes gesehen wird. Deine Welt ist sehr stabil. Es gibt keine Gewalt in „Der kleine Nick“. Es gibt keine Arbeitslosigkeit. Es gibt keine Scheidung. Nichts ändert sich jemals. Für den Film war es aber wichtig ein bisschen Dramatik hineinzubringen, echtes Drama, ansonsten würde der Film sich unecht anfühlen. Ich war mir sicher, dass es eine Geschichte war, mit der sich Kinder identifizieren können.

S. Tsarouchas: Wie stark waren die Rechteinhaber beteiligt? Konnten Sie alle Geschichten verwenden, die Sie haben wollten?

L. Tirard: Ich konnte alle wählen, alles was ich wollte. Es gab aber einige sehr strenge Regeln. René Goscinny, der Autor der Buchvorlage ist 1977 gestorben. Seine Tochter besitzt die Rechte. Ich habe den Eindruck, dass sie die Arbeit ihres Vaters beschützen will. Es wäre sicherlich anders, wenn René Goscinny noch am Leben wäre. Seine Tochter hat bestimmte Ansichten, was wir machen dürfen und was nicht. Auf eine Art mag ich das. Es ist wichtig, Grenzen zu setzen. Es war dann wie bei Kinder, die versuchen herauszufinden, wie weit sie gehen können. Hindernisse bringen einen dazu kreativ zu sein um sie zu überwinden. Wir hatten einige Kämpfe, wo sie zum Beispiel sagte: „Es kann keine tote Person in 'Der kleine Nick' geben.“ Im Film gibt es eine Szene, wo ein Gangster aus dem Gefängnis kommt. Kaum ist er draußen, wird er erschossen. Sie sagte: "Oh, nein! Das ist nicht möglich! Es gibt nie tote Menschen in 'Der kleine Nick !'“ Ich sagte: "Das ist doch nicht wirklich ein toter Mensch! Das ist lustig!" Wir haben die Szene gedreht. Ich habe sie ihr dann gezeigt und ihr okay bekommen. Es gab auch Kämpfe, die ich verloren habe. Sie sagte, dass nie geflucht wird. Ich wollte, dass Rufus ganz am Anfang ein Lied mit Schimpfwörtern singt. Er bringt damit seine Freunde zum Lachen, aber sie sagte: „Nein!“

S. Tsarouchas: Wie kamen Sie mit Klaus Badelt in Kontakt?

L. Tirard: Durch Zufall. Ich kannte Klaus Badelts Musik. Für mich war er ein großer Hollywood-Komponisten. Ich hätte nie im Traum daran gedacht einen Hollywood-Komponisten zu treffen. Klaus Badelt lebt die Hälfte des Jahres in Paris. Er hat dort ein Haus. Eines Tages war er im Büro meiner Produzenten. Ich fragte: „Wer ist das?“ Sie sagten: „Das ist Klaus Badelt.“ Ich sagte: „Hier in Paris?!“ Ich habe dann mit meinen Produzenten über Klaus gesprochen. Für mich war es eine Chance. Ich mag die Musik, die er in Hollywood macht. „Der kleine Nick“ ist ein sehr minimalistischer Film und auf eine Art sehr europäisch. Ich wollte eine Musik haben, die anders war als die, die man sonst in Französischen Filmen hört. Ich habe Klaus dann getroffen. Wir haben viel miteinander geredet. Wir haben schnell einen gemeinsamen Draht gefunden. Wir sind beide Europäer, die mit einem starken Einfluss der amerikanischen Kultur aufgewachsen sind. Wir sind mit amerikanischen Filmen groß geworden. Wir sind beide nach Amerika gegangen. Ich kam zurück. Er blieb, aber wir sind mit beiden Beinen in Europa und den USA zu hause.

S. Tsarouchas: Welchen musikalischer Stil wollten Sie haben? Manchmal hört sich der Score wie Trickfilmmusik oder Henry Mancinis „Der Rosarote Panther“ an.

L. Tirard: Sicher! Nun, es ist sehr schwer, den Sound zu finden. Ich dachte an Tati. Irgendwann fragte ich mich auch, ob wir nicht in eine Django Reinhardt Richtung gehen sollten. Als ich es dann versucht habe, stellte ich fest, dass es nicht sehr gut funktionierte. Die Erzählweise und das Tempo des Films waren anders. Ich habe mir dann vor kurzem Tatis „Die Ferien des Monsieur Hulot“ angeschaut. Diese Art von Musik funktioniert wirklich gut. Der Film hat ein bestimmtes Tempo, aber nicht wirklich eine Geschichte. Die Szenen strahlen eine friedliche Stimmung aus, aber für „Der kleine Nick“ brauchten wir schon etwas Effizienteres. Zu Henry Mancinis „Rosaroter Panther“ gab es schon einen Bezug.

S. Tsarouchas: Wie viel Zeit hatte Klaus Badelt um die Musik zu komponieren? Wann hat er damit begonnen? War er am Set?

L. Tirard: Klaus Badelt war erst gegen Ende am Set. Er hat früh angefangen zu komponieren. Er brauchte aber zumindest die erste Schnittfassung des Films. Manchmal zeigte ich ihm auch Szenen. Musiker bekommen manchmal völlig neue Ideen während des Prozesses. Das war aber nicht so mit Klaus. Es hat sehr lange gedauert, bis er mich etwas hören lies. Es lief so ab: Er schaute sich eine Szene an, ging nach Hause und sagte „Ich habe eine Idee!“ Ich würde ihn fragen: „Kann ich mir das Anhören?“ „Nein, noch nicht!“ Ich glaube, es war für Klaus Badelt schon eine Herausforderung. Es war sehr anders als das, was er vorher gemacht hat. Ich hatte das Gefühl, dass er ein wenig Angst hatte.

S. Tsarouchas: Sie haben Gerard Jugnot, den Hauptdarsteller aus „Die Kinder des Monsieur Matthieu“ in einer kleinen Szene als Chorleiter. Sie haben Michel Galabru als Minister. Haben Sie auch andere bekannte Schauspieler dabei, die in französischsprachigen Ländern jeder kennt? Ich glaube „Die Kinder des Monsieur Matthieu“ kennt jeder.

L. Tirard: Dieser Film war auch der Grund für diese Szene. Als wir mit der Arbeit an „Der kleine Nick“ angefangen haben, sagte jeder immer: „Das ist eine Geschichte wie 'Die Kinder des Monsieur Matthieu'“ Ich musste immer wieder sagen: „Nein, das ist was völlig anderes.“ Ich hab mir dann überlegt, dass ich auf diese Leute reagieren muss. Darum gibt es die Szene mit ihm um zu zeigen, dass ist nicht „Die Kinder des Monsieur Matthieu“. Diese Jungs können gar nicht singen! Im Film gibt es noch mit Anémone eine sehr bekannte Schauspielerin. Sie war in den 80er Jahren ein großer Star in Frankreich. Sie spielt die Vertretungslehrerin im Film.

S. Tsarouchas: Gab es jemals die Idee den Film in der Gegenwart spielen zu lassen?

L. Tirard: Das war die erste Frage, die ich mir gestellt habe. Für mich war es unmöglich. Zuerst sagt man sich, das geht. Die Original Geschichte spielt in den 50ern, aber darum geht es nicht! Die Handlung spielt nicht in einer realen Welt. Es gibt kein Verbrechen, keine Scheidung, keine Arbeitslosigkeit. Es ist eine künstliche Welt und irgendwie wie ein Märchen. Ich war der Meinung, man sollte dem Zuschauer sofort klarmachen, dass es so etwas wie ein Märchen ist. Die Geschichte spielt sich nicht in der realen Welt ab. Es gab auch zum Beispiel Anspielungen auf Tati. Das alles trug dazu bei, es wie ein Märchen wirken zu lassen, eine Welt, wo alles schon zu perfekt ist. Alles ist an seinem Platz. Man kann erkennen, das man ein Filmset vor sich hat. Hätten wir mehr Geld zur Verfügung gehabt, hätte ich so gar die Straßen nachbauen lassen, damit der Zuschauer weiss, das ist nicht echt! Das ist wichtig für mich. Sogar die Kleidung ist perfekt, all das sagt uns, wir sind nicht in der Realität. Es ist ein Film. Es ist ein Märchen.

S. Tsarouchas: Im Film wird auf „Asterix“ angespielt. War damals schon klar, dass Sie der Regisseur des nächstes „Asterix“ Films sind?

L. Tirard: Nein, es ist irgendwie lustig! Ich sagte mir, weißt du, in der Zukunft werden alle denken, das wusste ich schon, aber so war es nicht. René Goscinny war auch Texter von „Asterix“ Im ursprünglichen Drehbuch gab es auch einen Verweis auf „Lucky Luke“, aber die Szene mussten wir leider streichen. Sie sollte gleich zu Beginn kommen. Nicks Vater würde ihm erzählen, wie er seine Mutter kennengelernt hat. Er würde sagen: „Weißt Du, ich war damals im Wald. Ich war Cowboy, und ich ging in einen Saloon. Deine Mutter war da, und da waren auch noch diese bösen Jungs“ Und Nick würde ganz erstaunt sein, aber die Szene war zu lang. Wir mussten uns entscheiden. Entweder die oder wie Nicks Vater ihm erzählt, dass er Schwimmstar, Fußballstar usw. ist. Also, ich wusste damals wirklich nicht, dass ich den nächsten „Asterix“ mache.

S. Tsarouchas: Ich las auf einer Französischen Filmseite im Internet, dass es beim nächsten „Asterix“ einigen Ärger gibt. Es war nicht klar, ob Gerard Depardieu und Clovis Cornillac den Film mit Ihnen machen wollen. Laut Internet Movie Datenbank steht bisher nur Gerard Depardieu als Obelix fest.

L. Tirard: Richtig. Ja, das ist eine sehr komplizierte Geschichte. Der Produzent der anderen „Asterix“ Filme hatte einen exklusiven Vertrag mit Gerard Depardieu und Clovis Cornillac, aber rein rechtlich gesehen kann er sie nicht auf einen Vertrag für einen Film festlegen, für den er keine Rechte besitzt. Ich denke Gerard Depardieu wird wieder „Obelix“ sein. Er will es. Der Rest der Besetzung, „Asterix“ ist so eine große Sache. Damit es mein Film ist, ist es für mich wichtig die Schauspieler auszuwählen, die mit an meiner Vision arbeiten wollen. Das Casting wird im September beginnen.

S. Tsarouchas: Was für eine Art von Regisseur sind Sie? Der Diktatortyp?

L. Tirard: Ja! (Alle lachen) [B. Hirsch: Sie halten sich strikt an das Script!] Nein, es ist seltsam. Man denkt sicherlich, weil ich auch das Drehbuch schreibe, ist es so. Normalerweise wollen Regisseure, die auch das Drehbuch verfassen nicht, dass die Schauspieler etwas ändern. Bei mir ist es nicht so. Ich sage immer beim Drehbeginn, ich bin mir sehr sicher mit dem was ich haben will. Ihr könnt mir eure Ideen vorschlagen, und wenn es sinnvoll ist, versuchen wir es. Die einzige Regel ist, wenn ich sage: „Nein!“ (Lacht), ist Schluss. Beim Filmemachen muss man sich vorwärts bewegen. Einer muss die Entscheidungen treffen, sonst gibt es Chaos oder Anarchie.

B. Hirsch: Ich war bei der Pressevorführung mit meiner Tochter. Sie war sechs, jetzt ist sie sieben. Sie reagierte sehr stark auf diese eine Szene mit der Katze. Sie mochte sie nicht. [L. Tirard: Ah, wirklich?] Sie hat gesagt, dass man eine Katze nicht in der Waschmaschine waschen kann. Sie war das einzige Kind bei der Pressevorführung. Jeder hat ihr Fragen gestellt. Das Erste, was sie sagte, dass mit der Katze geht gar nicht. Das ist nicht lustig. [L. Tirard: Wirklich?] Was hat sich der Regisseur bloß dabei gedacht. Die andere Szene war die im Blumenladen mit den KakteenWie hat das Französische Publikum, das jüngere Publikum reagiert?

L. Tirard: Mit den Szenen gab es kein Problem. Es gibt immer Dinge, die gut funktionieren, und Szenen, die nicht so gut funktionieren. Ich habe gedacht, dass die Kaktus Szene lustiger sein wird, aber niemand hat mir gesagt, dass er damit Probleme hat, und die Katze in der Waschmaschine, vielleicht sind wir in Frankreich grausamer (alle lachen)

B. Hirsch: Was war die lustigste Szene für die Kinder in Frankreich?

L. Tirard: Hm, die Kinder mögen in der Regel die Auto-Verfolgungsjagd und den Moment, wenn Nicks Mutter zwischen den beiden Autos parkt. Sie mögen auch die Szene mit dem Zaubertrank- Trinken. Es schmeckt furchtbar, und die Kinder bezahlen auch noch dafür. Die Kinder mögen auch die Szene, wenn die Vertretungslehrerin da ist. Der Klassenbeste muss sich plötzlich in die Ecke stellen. Der schlechteste Schüler wird plötzlich der Liebling der Lehrerin. Verschiedene Lehrer sehen die Kinder unterschiedlich. Sie mochten das sehr! Die Erwachsenen mochten am meisten, wenn die Kinder bei der medizinischen Untersuchung den Rorschach-Test machen und natürlich das Essen mit dem Chef.

S. Tsarouchas: Wie lange dauerte es die Hauptdarsteller zu finden?

L. Tirard: Ich denke, zwei Monate.

S. Tsarouchas: Und wie viele Junge?

L. Tirard: 800.

S. Tsarouchas: 800!

L. Tirard: Ja, das ist eine Menge.

S. Tsarouchas: Ich glaube, das ist Ihr erster Kinderfilm. Wie war es für Sie mit Kindern zu arbeiten? War es schwierig?

L. Tirard: Ja, ist es schwierig mit Kindern zu arbeiten. Man darf mit Kindern nicht intellektuell umgehen. Erwachsenen Schauspielern kann man viel über ihre Figur erzählen. Für Kinder sind es zu viele Informationen. Sie wollen gut sein. Sie wollen ernst genommen werden. Darum hören sie auch auf alles, was man ihnen sagt und alles ist wichtig. Wenn man das macht, bekommt man dann aber ein Kind, das vor der Kamera erstarrt, weil es an all die Dinge denkt, die man ihm gesagt hat. Es kann dann gar nichts tun! Also, ist es wirklich wichtig ein Wort zu finden, manchmal das einzige Wort, dass wirklich etwas für das Kind bedeutet, das alles klar macht.und es sich konzentriert, denn das ist das größte Problem. Kinder würden für eine Stunde konzentriert sein und danach alles vergessen. Ja, es ist sehr schwierig, denn es ist fast wie ein Gespräch in einer anderen Sprache. Ganz plötzlich muss man sich umstellen. Vor Beginn der Dreharbeiten haben wir einen sechswöchigen Kurs mit ihnen gemacht, damit sie wissen, was Schauspielen ist. Sehr grundlegende Dinge. Ich würde eine sehr kleine Szene für sie schreiben. Ich habe sie dann spielen lassen und gesagt: „Okay, mach es wieder, dieses mal bist Du aber glücklich! Noch mal, aber dieses mal bist du traurig! Und noch mal, aber dieses mal hast Du es eilig.“ Das war sehr einfach. Es war sehr technisch, aber sie haben verstanden, was es bedeutet. Als wir dann mit dem Drehen anfingen, habe ich gesagt, mach es so oder so. Für viele Kinder ist schauspielern wie sprechen. Wenn jemand anderes in einer Szene spricht, schauten sie woanders hin, weil sie ja nicht dran sind. Manchmal war es sehr schwierig, und ich hatte am Ende des Tages große Kopfschmerzen., aber es ist auch irgendwie Magie.

S. Tsarouchas: Wird schon an eine Fortsetzung gedacht? [L. Sicher!] Möchten Sie auch für die Fortsetzung das Drehbuch schreiben und Regie führen?

L. Tirard: Sicher! Ich weiß genau, was ich in der Fortsetzung machen würde. Allerdings gibt es ein Problem: Eine Fortsetzung kann es erst in ein paar Jahren geben und deshalb nicht mit den selben Kindern.

B. Hirsch: Warum nicht wie in „Harry Potter“, wo sie aufwachsen?

L. Tirard: Nein, denn in „Harry Potter" ist das Erwachsenwerden Teil der Geschichte. In „Der kleine Nick“ müssen sie aber Kinder bleiben. Sie müssen diese Unschuld besitzen. Schon beim Casting war mir das richtige Alter der Kinder, 8 – 10 Jahre sehr wichtig. Wenn sie jünger als 8 sind, sind sie einfach zu jung und sehen noch ein bisschen Baby mäßig aus. Wenn sie älter als 10 sind, verlieren sie irgendwie ihre Unschuld. Sie sind Teenager. Das ist nicht mehr das Gleiche. Nein, für „Der kleine Nick“ müssen sie diese Unschuld haben. Das ist wirklich wichtig. Wenn es eine Fortsetzung gibt, werden es andere Kinder sein.

S. Tsarouchas: Wir haben uns über Ihren nächsten Film unterhalten. Wird er in 3D gedreht?,Was halten Sie im Allgemeinen von 3D Filmen?

L. Tirard: Ja, jeder Produzent will jetzt 3D Filme machen. Wenn es in Frankreich einen Film gibt, den man in 3D drehen sollte, ist es „Asterix". Es ist diese Art von Film. Ich sehe es allerdings etwas problematisch. Es wird schon so kompliziert genug sein. Und jetzt noch alles in 3D? Noch wurde nichts entschieden, aber ich habe so ein Gefühl, dass der Film in 3D gedreht wird. Ich weiß nicht so recht, was ich von 3D halten soll. Vielleicht ist es ja nur ein vorübergehender Trend. Ich habe „Avatar“ und alle diese anderen Filme in 3D gesehen, die ich mit meinen Kinder anschaue. Für die ersten 10 Minuten des Films ist es interessant, aber dann wird die Geschichte wichtiger. Mir ist es dann egal, ob der Film in 3D ist oder nicht. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll, ich will aber nicht wie dieser Kerl sein: "Oh, Filme in Farbe! Niemals! Niemals! Filme mit Ton! Niemals!"


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Interview with Laurent Tirard by Stefanos Tsarouchas, Bettina Hirsch is licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 3.0 Germany License.

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